Kleiner OP-Schnitt ist nicht immer besser
Schlüsselloch-Chirurgie kommt zunehmend auf den Teststand
04.03. Die "Schlüssellochchirurgie" - Fachbegriff: "minimal invasiv" -, die Patienten durch kleinere Schnitte weniger Schmerzen und schnellere Heilung bringen soll, hat möglicherweise zu unkritisch und vorschnell die Operationssäle erobert. "Die Schlüsselloch-Chirurgie wurde in die Patientenversorgung eingeführt, ohne zuvor gute Studien durchgeführt zu haben", kritisiert der Ärztliche Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg, Prof. Dr. med. Markus W. Büchler.

Als Beispiel nennt er eine britische Studie, die zeigte, dass ein minimal-invasiver Eingriff zur Gallenblasenentfernung keinen Vorteil gegenüber der offenen OP bringt. Nicht nur die neuen chirurgischen Methoden gehören laut Büchler auf den Teststand. Auch herkömmliche Techniken will er überprüft wissen. So sei bis heute unklar, ob der Schnitt bei Bauchoperationen besser längs oder quer verlaufen sollte. Die meisten Chirurgen schneiden längs, obwohl es seit 1964 Hinweise gibt, dass ein "Querschnitt" zu weniger Komplikationen führen könnte.


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