Geklonte Mäuse neigen zur Fettsucht
Erwachsene Klone haben erhöhten Anteil an Körperfett
14.11. Wissenschaftler der University of
Cincinnati haben nachgewiesen, dass geklonte Mäuse im Erwachsenenalter
Übergewicht entwickeln. In einer Ausgabe des Fachmagazins Nature Medicine schreiben
die Forscher, dass die geklonten Mäuse nicht nur größer als normale Mäuse
waren, sondern auch einige Merkmale von Übergewicht zeigten. Dazu zählten
ein signifikant erhöhter Anteil von Körperfett sowie ein erhöhter
Insulin- und Leptinspiegel im Blut. Es handelt sich dabei aber nicht um
eine durch das Klonen verursachte Genmutation, denn die Krankheit wird
nicht vererbt. Forscher vermuten, dass die Spenderzellen selbst oder die
Transfermethode mit der Entwicklung des Übergewichts in Zusammenhang
stehen.
Das Team um Randall R. Sakai vom University of Cincinnati College of
Medicine verglich für die Studie geklonte Mäuse mit einer natürlich
gezeugten Mäusegruppe und so genannten IVEM-Tieren. Bei dieser Gruppe
wurden die Eizellen auf natürlichem Weg befruchtet, die Embryonen wurden
dann aber wie die Klone in einer Nährlösung aufbewahrt und der
"Ersatzmutter" eingepflanzt. Ab einem Alter von rund acht Wochen
entwickelten die Klone und IVEM-Mäuse ein deutlich höheres Körpergewicht
als die Vergleichstiere. "Dies könnte bedeuten, dass einige Faktoren in
Verbindung mit der Manipulation der Kulturzellen diesen Effekt
verursachen", erklärte Sakai.
In einem Kommentar schreiben Wissenschaftler, dass es fraglich ist, ob es
irgendeinen völlig gesunden Klon gibt. Anormale Entwicklungen in den
erzeugten Tieren legten nahe, dass die bestehenden Methoden des
Nukleus-Transfers für den Klonvorgang fehleranfällig seien. Bei der
Klonierung wird das Erbgut einer Körperzelle in eine entkernte Eizelle
transferiert. Damit eine Embryonalentwicklung möglich ist, müssen die
dafür nötigen Gene aktiviert werden, was bedeutet, dass die DNA erneut
programmiert werden muss. Mitunter ist dieser Vorgang für die hohe
Fehlerquelle beim Klonvorgang verantwortlich. "Bis dato ist das Verfahren
medizinisch und genetisch nicht sicher". Von einer verfrühten Anwendung
der Technologie beim Menschen sei daher abzusehen, meinte Sakai.
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