Japanische Forscher entwickeln schmerzlose Nadel
Prototyp ist dem Stechrüssel der Mücke nachempfunden
08.09. Wissenschaftler der Kansai-Universität
in Osaka haben eine schmerzlose Spritze
entwickelt, die dem Stechrüssel einer Mücke nachempfunden ist. Die
Spritze mit einer Länge von einem Millimeter und einem Durchmesser von
0,1 Millimeter ist vier- bis zehnmal dünner als herkömmliche Spritzen,
berichten die Forscher um Seiji Aoyagi im Wissenschaftsmagazin New
Scientist.
Durch den Speichel der Mücke, der das Blut beim Saugen flüssig hält,
tritt der Schmerz auf. Der Mückenstich an sich ist schmerzfrei, da der
Stechrüssel gezackt ist. Nach diesem Vorbild konstruierten die Forscher
die Nadel. Bei herkömmlichen Nadeln mit einer glatten Oberfläche hat ein
Großteil des Metalls Kontakt zu Haut und Gewebe. Durch die Zacken wird
die Berührungsfläche zwischen Haut und Nadel verringert. "Dadurch", so
Aoyagi, "kann die Stimulation der Nerven reduziert werden und der Stich
ist nicht mehr spürbar."
Die geringen Ausmaße der Spritze erreichten die Forscher dadurch, indem
sie Siliziumdioxid-Stücke in eine gezackte Form brachten und anschließend
verbanden. Die Wände der Nadel sind lediglich 1,6 Mikrometer dünn. Die
Widerstandsfähigkeit der Nadel testete das Aoyagi-Team an einem Stück
Gummi, das eine ähnliche Einstichfestigkeit wie die menschliche Haut
besitzt. Wie sich herausstellte, ist die dünne Spritze allerdings noch
sehr brüchig. "Bricht ein Stück im Zuge einer subkutanen Injektion ab,
können sich Blutgerinnsel bilden", so Aoyagi. Gelagen diese Gerinnsel in
den Blutstrom und wandern zum Gehirn oder Herz sei dies tödlich. Ist das
Problem der Brüchigkeit gelöst, plant der Forscher erste Versuche am
Menschen. Er hofft, dass die Mikro-Nadeln in kleinen kabellosen Geräten
zur Blutsammlung Einsatz finden, die permanent am Körper getragen werden.
Diese Geräte könnten den Blutzuckerspiegel bei Diabetikern überwachen
oder Blutproben von Patienten für Diagnosezwecke in Labors sammeln.
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